Agfacolor
2018 – 2019
Agfacolor ist ein Diapositivfilm, der ab Ende der 1930er Jahren Farbaufnahmen ermöglichte. Die Serie entstand aus einer Recherche zu den RAL-Standardfarben: Auf der Suche nach originalen Farbaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg wurden in Archiven Agfacolor-Diapositive deutscher Propagandasoldaten gesichtet. Es zeigte sich jedoch, dass diese Aufnahmen für eine Rekonstruktion der historischen Farben ungeeignet waren – die chemischen Farbschichten des Filmmaterials hatten sich über die Jahrzehnte verändert und erwiesen sich als instabil.
Ausgewählte Arbeiten
Installationsansichten
Texte zur Serie
Carsten Beckers Serie "Agfacolor"
Philipp Hindahl, 2019
Carsten Becker zeigt in seiner Reihe "Agfacolor" Momente, in denen Fotografien ihre Stimme nicht verstellen können. Es sind Ausschnitte aus Farbfotos deutscher Propagandasoldaten, die der Künstler in Archiven findet. Er wählt Details, und die Vergrößerung verleiht den Alterungsspuren, Farbstichen und Kratzern des Filmmaterials eine ästhetische Qualität, die sich der Kontrolle des ursprünglichen Fotografen entzieht.
Simulacrum
Patrick Alt, 2019
Carsten Beckers Arbeiten befassen sich mit Abwesenheit und verlorenen Bildwelten. Durch die Rekonstruktion von Farben und die Auswahl bestimmter Bildausschnitte macht er Vergangenes erfahrbar, wobei Entstehung und Kontext der Bilder im Vordergrund stehen.
Trauma Through Time
Interview mit Ina Filla
Ina Filla, 2019
Das Interview mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Ina Filla beleuchtet die Konzepte transgenerationaler Traumata, insbesondere im Kontext des Holocausts. Es wird erläutert, wie traumatische Erfahrungen durch epigenetische Mechanismen, Sozialisation und Bindung über Generationen hinweg weitergegeben werden können. Filla erklärt die biologische Grundlage dieser Übertragungswege anhand aktueller Forschungsergebnisse, unter anderem aus Tierversuchen, und thematisiert die komplexen psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen vererbter Traumata.























